2009 Stückbeschrieb

Komödie um Kleinstädter

Harold Hill ist ein Schwindler eigener Art. Er bereist kleinere Städte, gibt sich als “Musikprofessor“ aus und überzeugt mit beredten Worten die Bürger, wie wichtig und nützlich es sei, ein Kinder- und Jugendorchester zu gründen. Nach seiner Methode könnten die Schülerinnen und Schüler sehr bald musizieren. Durch seine Überzeugungskraft weckt er Begeisterung und bewirkt eine umfangreiche Bestellung von Instrumenten und Uniformen für die Kinderkappelle. Zu seinem Schwindelmanöver gehört, dass er verschwindet, sobald mit der Postkutsche die bestellten Waren eingetroffen sind, für die er das Geld kassiert hat.

Auch sein neuster Coup scheint zu gelingen. Das Städtchen ist begeistert von seinen Plänen, zumal er auch noch die Damen bewogen hat, zum Zwecke der Körpergymnastik ein Ballett zu bilden. Nur die Bibliothekarin Marian, die auch Musikunterricht erteilt weiss, dass Harold Hill verspricht, was er nicht halten kann. Er ist aber ein sympathischer Mann, und die einsame Marian verliebt sich in ihn. Ihre anfänglichen Warnungen vor der Irreführung wandeln sich in Unterstützung für Harold Hill. Die Ankunft der Instrumente und der Uniformen ruft allgemeinen Jubel hervor. Doch es erscheint auch Charlie Cowell, der Harold Hill kennt und von seinen Betrügereien weiss. Er warnt die Leute von River City. Deren Begeisterung schlägt in Zorn um, Harold Hill wird festgesetzt, und man droht ihm schwerste Bestrafung an. Da aber tritt Marian für ihn ein und macht in einer zündenden Rede ihren Mitbürgern klar, dass das verschlafene Städtchen erst durch Harold Hill aus einem tristen Dasein erweckt und zu fröhlichem Treiben gebracht worden ist. Sie erreicht mit ihrem Einsatz nicht nur einen Stimmungswandel zugunsten des liebenswürdigen Schwindlers, sondern auch seine Freiheit, die die beiden Verliebten zusammenführt. Und siehe, plötzlich spielt auch die Kinderkappelle auf, wenn auch noch mit vielen falschen Tönen, so etwas wie ein Hochzeitsständchen aufzuführen.


(Quelle: Heyne, Musical-Lexikon)